Aktuelles in deutscher Sprache

Drei Christen unter den Opfern der Attentate in Baluchistan

Bei einer Attentatswelle starben gestern allein in Quetta in der gemarterten Provinz Baluchistan 92 Tote und 155 Verletzte. Die Anschläge richteten sich nach Angaben der Terrorgruppe Lashkar-e-Jhangvi, die sich zu den Attentaten bekennt, vor allem gegen Schiiten und die Volksgruppe der Hazara.
Wie der stellvertretende Apostolische Vikar von Quetta, P. Inayat Gill (omi), dem Fidesdienst mitteilt, befinden sich unter den Opfern auch drei Christen, die sich zufällig vor Ort befanden. Auch unter den Verletzten sind mehrere Christen. Zwei der Todesopfer sind Katholiken. Für sie wird P. Maqsood Nazir (omi) heute das Requiem feiern.
P. Inayat Gill betont gegenüber dem Fidesdienst: „Die Lage ist angespannt und es ist nicht einfach, eine Erklärung für diese tragischen Ereignisse zu finden. Gründe gibt es viele: darunter sektiererische und ethnische Hassgefühle und nicht nur diese. Es gibt mafiöse Gruppen, die sich des Landbesitzes bemächtigen wollen und es gibt politische Forderungen: fest steht, dass dafür viele unschuldige Menschen sterben müssen“.
„Als Christen“, so der stellvertretende Vikar – sind wir eine kleine Minderheit und wir leben gefährlich, wie viele andere muslimische Bürger, mit denen wir das Schicksal und den Schmerz teilen. In der ganzen Provinz Quetta leben rund 70.000 Christen, darunter 35.000 Katholiken. Wir sind als Glaubensgemeinschaft sehr angreifbar und gehören zu den ärmsten. Wir müssen sehr vorsichtig sein und sollten nicht in den Vordergrund treten und dürfen auch nicht aktiv an der von den Behörden ausgerufenen dreitägigen Trauer teilnehmen, denn sonst könnten wir zur Zielscheibe für Extremisten werden: sie würden uns vorwerfen, dass wir uns im ethnischen Konflikt auf eine der beteiligten Seiten stellen. Wir beten für die unschuldigen Opfern und werden weiter unser friedliches uns stilles Zeugnis an der Seite der Armen ablegen.“ (PA) (Fidesdienst, 11/01/2013)

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Über 200 schiitische Muslime wegen „Blasphemie“ angeklagt

Eine offiziellen Anzeige wegen Blasphemie wurde bei der Polizei in Multan gegen insgesamt 222 schiitische Muslime erstattet, von den 72 namentlich genannt und 150 nicht identifiziert sind. Die anzeige wurde von sunnitischen Gruppen nach einer Schlägerei erstattet, zu der es gestern in Multan am Rande einer schiitischen Prozession zum „Ashura“-Fest gekommen war. Wie Beobachter dem Fidesdienst berichten, kam es zu Ausschreitungen, nachdem gewaltbereite Sunniten von der extremistischen „Sipah-i-Shaba“-Gruppe versuchten die Prozession aufzuhalten oder umzuleiten, da ein Teil des Weges angeblich nicht genehmigt war. Die Schiiten sollen in diesem Zusammenhang Steine auf ein Spruchband geworfen haben, auf dem der Name des Propheten Mohammeds geschrieben war und sich deshalb der Blasphemie schuldig gemacht haben. Vertreter der schiitischen Glaubensgemeinschaft, darunter Fazal Shah und Ali Hussain Shah, dementierten dies. Nach Ansicht der Beobachter kam es hier, wie in vielen anderen Fällen zu einer Instrumentalisierung des Blasphemieparagraphen, deren Opfer nicht nur christliche oder andere Minderheiten sondern auch muslimische Bürger werden.
„Der Missbrauch des Gesetzes führt immer wieder zu Streitigkeiten und Uneinigkeit in der pakistanischen Gesellschaft“, so Prof. Mobeen Shahid, als pakistanischer Staatsbürger die Situation in Pakistan gut kennt und an der Päpstlichen Lateran-Universität als Professor für „Muslimisches Gedankengut und Religion“ tätig ist und in kürze eine Studie zum Thema „das Blasphemiegesetz und die Islamische Republik Pakistan“ veröffentlichen wird, die er zusammen mit N. Daniel vom Institut für Politische Studien Pio V herausgibt und die dem Europaparlament und dem Büro der Vereinten Nationen in Genf vorgelegt werden soll.
Nach Ansicht von Professor Mobeen „wäre die Abschaffung des Blasphemieparagraphen in Pakistan mit Bezug auf die Universale Menschenrechtserklärung und die Kairoer Erklärung der Menschenrechte des Islam möglich“. Aus diesem Grund „muss die Zustimmung der Bevölkerung und eine Debatte im pakistanischen Parlament gefördert werden“. Zustimmung in der Bevölkerung sei jedoch erst durch eine Reform des Bildungswesens von der Grundschule bis zur Universität möglich „die die beiden Menschenrechtserklärungen reflektiert“: ein solcher Ansatz würde einen radikalen Wandel in der Gesellschaft herbeiführen „und damit langfristig auch zur Abschaffung des Blasphemieparagraphen führen“. (PA) (Fidesdienst, 28/11/2012)

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Rimsha ist frei: Der Fall ebnet den Weg für eine Revision des Blasphemie-Paragraphen

Der pakistanische Richter Muhammad Azam Khan hat heute Morgen die Freilassung von Rimsha Masih gegen Kaution veranlasst. Das christliche Mädchen war festgenommen worden, weil es angeblich Koranseiten verbrannt haben soll. Die Kaution für die Freilassung beträgt 500.000 Rupie, umgerechnet etwa 4.500 Euro. Dem Antrag auf Freilassung wurde stattgegeben, da die Beweise als unzureichend waren, um eine Haftverlängerung für die Minderjährige mit einer geistigen Behinderung zu veranlassen. Das richterliche Urteil war zunächst für 15.00 Uhr – nach Ende des Freitagsgebets – angekündigt worden, erging nun aber überraschender Weise früher.
„Das Urteil zugunsten des Mädchens ist unter verschiedenen Gesichtspunkten positiv“, so Prof. Mobeen Shahid, der als Dozent für islamische Philosophie und Religion an der Päpstlichen Lateranuniversität unterrichtet. Seiner Ansicht nach wurde „erstmals öffentlich hervorgehoben, dass der Blasphemie-Paragraph durch falsche Vorwürfe manipuliert werden kann. Dies wird die bereits geführte Diskussion im Hinblick auf eine mögliche Änderung der Bestimmungen zur Anwendung des Gesetzes voranbringen“. Shahid erklärt, welche Punkte Gegenstand einer solchen Änderung sein könnten: „Vor einer Anzeige wegen Blasphemie stattgegeben wird, sollten sorgfältige Ermittlungen stattfinden. Und Ankläger sollten isloliert werden, damit sie unter den Menschen keinen Hass schüren können, so lange bis es keine Beweise für die Gültigkeit der Anklage gibt. Sollten sich die Vorwürfe als falsch erweisen – und dies fordern auch Ulema – dann sollten die Ankläger bestraft werden“.
„Der Fall Rimsha“, so Pfarrer Inayat Bernard von der Zeitschrift „The Christian View“ in Lahore, „ist Anstoß für eine Revision der Bestimmungen zur Anwendung des Blasphemieparagraphen, zu dessen Opfer in der Vergangenheit sowohl religiöse Minderheiten als auch Muslime gehörten, da es immer wieder zu Missbrauch kam. Das neue Bewusstsein, das durch den Fall Rimsha in der Öffentlichkeit entstanden ist, ist ein Fortschritt und eine Gelegenheit, die unbedingt genutzt werden muss, damit in der pakistanischen Gesellschaft der Respekt der Menschenwürde und der Menschenrechte gewährleistet wird. Als Christen hoffen wir, dass Institutionen, Politiker und Religionsgemeinschaften angesichts dieser jüngsten Entwicklungen sich darüber einig werden, dass eine gemeinsame Absicht zur Verhinderung der Instrumentalisierung der Religion in Pakistan bestehen sollte.“ (GV) (Fidesdienst, 07/09/2012)

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Rimsha: „Ein unschuldiges Opferlamm“

„Der Fall des wegen Blasphemie angeklagten katholischen Mädchens Rimsha Masih, wurde durch den Imam Khalid Jadoon manipuliert, der nun festgenommen wurde. So lässt sich diese unmenschliche Anklage erklären. Ich bin mir sicher, dass Rimsha mit Hilfe Gottes freigelassen werden wird. Sie wurde zum Opferlamm und ist vollkommen unschuldig“, so P. James Channan (op) Leiter des „Peace Centers“ mit Sitz in Lahore, zum Fidesdienst in einem Kommentar zu den jüngsten Entwicklungen im Fall Rimsha Masih. Die Polizei nahm den Imam Khalid Jadoon fest, der die Beweise im Fall der wegen Blasphemie angeklagten Rimsha Masih manipuliert haben soll. Dies wurde von einem Augenzeugen bestätigt, Hafiz Zubair, bestätigt, der gegen den Imam aussagte.
„Der Fall Rimsha“, so P. James, „ist ein Beweis dafür, dass die christliche Glaubensgemeinschaft immer wieder Opfer des Missbrauchs des umstrittenen Blasphemieparagraphen wird. Ich hoffe, dass es für alle unschuldigen Opfer Gerechtigkeit geben wird und wünsche mir die Bestrafung aller, die solche falschen Anklagen erstatten“.
Am gestrigen 2. September hatte P. James Channan zusammen mit P. Pascal Paulus, dem Provinzial der Dominikaner in Pakistan, und P. Francis Nadeem (Ofm Cap) eine heilige Messe in der St. Josephs-Kirche in Lahore zelebriert, bei dem die Teilnehmer für die Freilassung von Rimsha beteten. Rund eintausend Gläubige hatten sich auch einem Tag des Fastens für dieses Anliegen angeschlossen. „Unter solchen Umständen müssen wir stark im glauben sein und dafür beten, dass der Hass überwunden wird und Liebe und Geschwisterlichkeit in unserem Land gewinnen“, so P. Francis Nadeem vom „Rat für interreligiösen Dialog“. „Der Glaube an den Allmächtigen tröstet die Christen in Momenten der Verfolgung und der Not“, so der Ordensmann weiter. (PA) (Fidesdienst, 03/09/2012)

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Muslimische Anwälte setzen sich für die Elfjährige ein: „Rimsha ist unschuldig und wird bald frei sein“

„Rimsha ist unschuldig, es gibt keine Beweise gegen sie. Sie wird bald frei sein“, so der Sonderberater der pakistanischen Regierung für Nationale Harmonie und Vorsitzende der „All Pakistan Minorities Alliance“ (APMA), Paul Bhatti, zum Fall der elfjährigen Rimsha. Das Verfahren vor dem erstinstanzlichen Gericht, wurde ein weiters Mal auf den 3. September verschoben. Zuletzt wurde ein anderer Richter beauftragt und die Untersuchungshaft um 14 Tage verlängert. Trotz gegenteiliger Aussagen der Gegenseite gibt es gute Aussichten für Rimsha: wie Paul Bhatti im Gespräch mit dem Fidesdienst betont, wurde das Gutachten eines medizinischen Ausschusses, das die „Minderjährigkeit und geistige Behinderung“ des Mädchens bestätigt, nach einer Prüfung durch Experten anerkannt. Mit dem Fall Rimsha befasst sich auch die APMA, die ein fünfköpfiges Anwaltsteam beauftragte, das mit dem Anwalt Tahir Naveed Chaudry zusammenarbeitet. Vor dem Hintergrund der Unterstützung durch die Öffentlichkeit, die Institutionen und zahlreiche Vertreter der muslimischen Glaubensgemeinschaft, sind die Anwälte „zuversichtlich, was einen positiven Ausgang der Angelegenheit anbelangt“.
Unterdessen befindet sich das Mädchen weiterhin im Gefängnis, wo eine weibliche Wachperson sich fürsorglich um sie kümmert. Trotzdem ist das Kind bereits traumatisiert: Rimsha weint häufig und verlangt nach ihren Eltern. (Fidesdienst, 01/09/2012)

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Prozess erneut verschoben, Gegenseite lehnt medizinisches Gutachten ab

Im Fall des wegen Blasphemie angeklagten elfjährigen Mädchens Rimsha Masih gibt es weitere Komplikationen. Bei der gerichtlichen Anhörung beim erstinstanzlichen Gericht in Islamabad traf der Anwalt des Mädchens, Tahir Naveed Chaudry, die Anwälte der Gegenseite (in diesem Fall den jungen Mann, der als Augenzeuge Anzeige gegen Rimsha erstattet hatte), die das Gutachten, das eine medizinische Kommission über Rimsha erstallt hatte, nicht anerkannten. Der Richter veranlasste deshalb eine weitere Prüfung durch staatliche Experten (Amtsärzte und ranghohe Beamte) und verschob die Verhandlung auf den 1. September.
Der Anwalt Tahir Naveed Chaudry betont in diesem Zusammenhang: „Wir sahen uns erstmals mit den Anwälten der Gegenseite konfrontiert. Nun werden wir die die Prüfung des Gutachtens abwarten müssen. Danach wird das Gericht entscheiden. Ich glaube, dass mit der Verhandlung vom 1. September der Fall abgeschlossen werden wird. Wir sind zuversichtlich, was das Urteil anbelangt“.
Beobachter äußern gegenüber dem Fidesdienst, den Verdacht, dass die Anwälte der „Gegenseite“ von radikalislamischen Gruppen finanziert werden, die die Freilassung des Mädchens ablehnen. Vertreter solcher Gruppen sollen auch im Gerichtssaal anwesend gewesen sein. Unterdessen hatte Maulana Tahir Ashrafi vom „All Pakistan Ulema Council“ in den vergangenen Tagen gefordert, dass diejenigen, die die falsche Anklage auf den Weg gebracht haben (darunter der Imam der Moschee des Stadtviertels, in dem Familie von Rimsha wohnt) gesetzlich bestraft werden sollten. Damit wäre Rimsha Opfer eines Rechtsstreites. Unterdessen bestätigt der Anwalt des Mädchens, dass es dem Mädchen im Gefängnis „schlecht geht“. „Sie vermisst vor allem ihre Eltern“, so Chaudry.
Der Sekretär der Justitia-et-Pax-Kommission der Pakistanischen Bischofskonferenz, Peter Jacob, betont gegenüber dem Fidesdienst: „Es ist traurig, dass es wie im Fall Rimsha immer wieder zu falschen Anklagen wegen Blasphemie kommt: diese Tendenz ist in Pakistan deutlich zu erkennen und sollte gestoppt werden. Im ganzen Land herrscht jedoch große Sympathie für das Mädchen und die Medien berichten über den Fall: dies zeigt, dass das Interesse in der Gesellschaft und seitens der Medien und damit auch unter Muslimen wächst. Wir wünschen uns, dass es Maßnahmen geben wird, die den Missbrauch verhindern und unschuldige Opfer schützen. Ich glaube, dass die Debatte in den Medien die Vorraustetzungen für eine mögliche Änderung des Gesetzes schaffen könnte“. (PA) (Fidesdienst, 30/08/2012)

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„Free Rimsha Masih“: Kampagne der in Europa lebenden pakistanischen Staatsbürger

Im Rahmen der Kampagne „Free Rimsha Masih“ treten in Europa lebende pakistanische Staatsbürger für die Freilassung des elfjährigen christlichen Mädchens Rimsha Masih ein, die sich derzeit auf der Grundlage einer fälschlichen Anklage wegen Blasphemie im Jugendgefängnis von Islamabad aufhält (vgl. Fidesdienst vom 23/08/2012). Morgen wird ein Gericht in London über die Freilassung entscheiden, nachdem im Auftrag der Familie und der „All Pakistan Minorities Alliance“ ein entsprechender Antrag bei Gericht eingereicht wurde.
Die in Italien lebenden pakistanischen Christen brachten eine Unterschriftensammlung (salviamorimshamasih@gmail.com) auf den Weg, die dem pakistanischen Präsidenten Ali Zardari vorgelegt werden soll. In einer Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt, bringt die „Associazione Pakistani Cristiani in Italia“ die eigene Verbundenheit mit der Familie von Rimsha und den religiösen Minderheiten in Pakistan zu Ausdruck und fordert „die sofortige Freilassung“. Die in Italien lebenden pakistanischen Christen unterstützen „alle christlichen und anderen religiösen Organisationen, die sich für die Abschaffung oder Änderung des Blasphemieparagraphen einsetzen“. “Alle, die an Religionsfreiheit und die Achtung des religiösen Bekenntnisses glauben, dürfen angesichts dieser Gewalt nicht gleichgültig bleiben“, so Adan Farhay, Vorsitzender der „Al Pakistan Christian Leage“ in Italien, die gestern eine öffentliche Konferenz in Porto Sant’Elpidie veranstaltete, bei der ebenfalls die Freilassung von Romsha im Zeichen der Solidarität mit allen Opfern der religiös motivierten Gewalt forderten.
Die „British Pakistani Christian Association“ veranstaltete in den vergangenen Tagen eine Protestkundgebung vor dem Sitz des britischen Premierministers in der Downing Street und brachte ebenfalls eine Unterschriftenaktion (http://www.petitionbuzz.com/petitions/freerimshamasih) auf den Weg. Die in England lebenden pakistanischen Christen bitten die britische Regierung, die Europäische Union und die Vereinten Nationen um Engagement für die Freilassung des Mädchens. Die Petition soll der „Menschenrechtskommission“ der pakistanischen Regierung vorgelegt werden. (PA) (Fidesdienst, 27/08/2012)

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Jugendpastoral: Junge Katholiken sind „erfüllt vom Glauben“ und wollen „gute pakistanische Bürger sein“

Zu den Prioritäten der Jugendpastoral gehören Glaubensbildung, Sensibilisierung für Menschenrechte und Engagement für den Frieden auf der Grundlage der Soziallehre der katholischen Kirche: dies soll dazu beitragen, dass Jugendliche zu verantwortungsbewussten Staatsbürgern heranwachsen. P. Ashraf Gill, der das Büro für Jugendpastoral der Erzdiözese Lahore (Punjab) leitet, berichtet im Gespräch mit dem Fidesdienst, von seiner Arbeit mit rund über 50.000 katholischen Jugendlichen in den Gemeinden seiner Erzdiözese. Mit Blick auf die bevorstehenden Angebote für den Sommer, darunter ein Camp zum Thema „Glauben und Umweltschutz“, betont P. Gill: „Junge Katholiken sind erfüllt vom Glauben und voller Leidenschaft für die Verkündigung des Evangeliums. Sie sind von ihrer christlichen Identität überzeugt damit sind sie die Hoffnung der Kirche in Pakistan“.
Viele pakistanische Jugendliche „bereiten sich auf die Teilnahme am Weltjungendtag in Brasilien im Jahr 2013 vor und hoffen, dass sie zahlreich teilnehmen können“. Beim letzten Weltjungendtag in Madrid waren nur zwei junge Katholiken aus Pakistan anwesend, obwohl über 1.000 Anfragen eingegangen waren. Spanien hatte vielen Jugendlichen kein Einreisevisum ausgestellt, andere konnten wegen finanziellen Schwierigkeiten nicht teilnehmen.
Die katholische Jugendarbeit in Pakistan ist sehr vielfältig. Vor kurzem fand auf Initiative des Vorsitzenden der bischöflichen Kommission für Jugendpastoral, Bischof Rufin Anthony von Islamabad-Rawlpindi, eine einwöchige Vortragsreihe für Jugendliche zur Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum Weltfriedenstag 2012 statt. Der Bischof befasste sich in seiner Ansprache an die Jugendlichen mit den Themen „Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Liebe, Respekt und Vergebung und den Werten“, die „junge Menschen zu kostbaren Bürgern in unserer Gesellschaft machen. Auf der Rednerliste stand auch P. John Shakir Nadeem, Sekretär der bischöflichen Kommission für Soziale Kommunikation, der einen Vortrag zu Thema „Die Rolle der Medien bei der Erziehung junger Menschen“ sprach. P. Nadeem erinnerte an den Einfluss der Medien und appellierte an die Medienschaffenden mit der Bitte um Zusammenarbeit mit Familien und Bildungseinrichtungen bei der Förderung von Einheit, Toleranz, Liebe, Opferbereitschaft, Achtung der Menschlichkeit und Geschwisterlichkeit. Auch für ihn ist das Ziel junge Menschen zu „guten Staatsbürgern“ heranwachsen zu lassen. (PA) (Fidesdienst, 13/07/2012)
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Bekehrungen und Zwangsehen: Gesetzentwurf soll zur Bekämpfung des Phänomens beitragen

Islamabad (Fidesdienst) – Ein neuer Gesetzentwurf soll dem Phänomen der Zwangsbekehrungen und Zwangsehen entgegenwirken. Der Entwurf wurde auf Initiativen der „Kommission für Minderheiten in Pakistan“ beim Parlament eingereicht, die bereits in den vergangenen Wochen auf das Problem hingewiesen hatte (vgl. Fidesdienst vom 12/04/2012). Unter anderem sieht der Entwurf vor, dass Konvertiten erst sechs Monate nach ihrem Religionsübertritt heiraten dürfen.
Die erst vor kurzem geschaffene Kommission fordert, dass zukünftig Richter die Erklärungen im Hinblick auf eine angebliche Bekehrung registrieren sollen. Bisher ist die Polizei für die Entgegennahmen des so genannten „First Information Report“ zuständig, den ein Angehöriger des Konvertiten auf der Grundlage des Paragraphen 161 des Strafgesetzes eingereicht. Die zuständige Polizeistelle leitet die Erklärung an ein Gericht weiter, wobei nach Ansicht der Kommission die Aussage oft zugunsten von Muslimen gefälscht wird. Wie der Minister für Harmonie Akram Mashi Gill mitteilt wird die Kommission auch den „Rat für islamische Ideologie“ um Zustimmung zu dem neuen Gesetzentwurf bitten.
Die Kommission möchte auch einen Entwurf für ein „Gesetz zu christlichen und hinduistischen Ehen“ auf den Weg bringen, das die Gültigkeit dieser Ehen garantieren soll. Diesem sollen Parlamentarier zustimmen, die religiöse Minderheiten vertreten, um den Entwurf gemeinsam beim Parlament einzureichen.
Die Zwangsehe ist das in Pakistan am meisten verbreitete Verbrechen gegen Frauen. Dies geht aus einem Bericht des Netzwerks „Free and Fair Election Pakistan“ (FAFEN) hervor, der offizielle Anklagen in 77 Distriktbüros der Polizei im Monat März 2012 dokumentiert. Die Zwangsehen haben damit Vergewaltigungen abgelöst, die bisher das am häufigsten verübte Verbrechen gegen Frauen waren. Von den beobachteten Distrikten befinden sich 27 in Punjab, 21 in Sind, 19 in Khyber Pakhtunhwa und 9 in Belutschistan und einer in der Hauptstadt Islambad. Die Zwangsehen stiegen im Vergleich zum Vormonat von 314 auf 653. Allein im Lahore, der Hauptstadt der Provinz Punjab wurden 222 Anzeigen erstattet. In 220 Fällen wurden Frauen Opfer einer Vergewaltigung, in 270 Fällen wurden sie angegriffen oder belästigt und in 37 Fällen waren sie Opfer eines Ehrendelikts. Von insgesamt 41.000 Strafanzeigen betreffen 9% Frauen. Wie aus Daten hervorgeht, die dem Fidesdienst vorliegen, werden jedes Jahr rund 1.000 Mädchen und junge Frauen aus religiösen Minderheiten (Christen und Hindus) zur Heirat gezwungen. (PA) (Fidesdienst, 14/06/2012)

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Menschenrechte und religiöse Minderheiten: Pakistan unter Beobachtung

Islamabad (Fidesdienst) – „Alle Rechte müssen für alle Menschen in Pakistan garantiert werden und zwar unabhängig von Geschlecht, Religion und sozialer Herkunft“, so die die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, forderte nach ihrem viertätigen Besuch im Land (4.-7. Juni). Es seien zwar Fortschritte gemacht worden, so Frau Pillay, doch „es liegt noch ein langer Weg in verschiedenen Bereichen vor uns“, wenn es um die Achtung der Menschenrechte insbesondere gegenüber religiösen Minderheiten geht.
Die UN-Vertreterin traf sich auch mit dem Sonderberater des Premierministers für Harmonie, Paul Bhatti. Bei dem Gespräch, bei dem es insbesondere um Fragen der religiösen Minderheiten ging, betonte, dass die Regierung alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergreift, um Armut, Analphabetismus und Intoleranz zu bekämpfen. Dabei erinnerte Bhatti auch daran, dass es im Land eine „Kommission für religiöse Minderheiten“ gebe und sein Ministerium sich insbesondere mit „Problemen zwischen der Mehrheit und den Minderheiten“ befasse. In diesem Zusammenhang würdigte Frau Pillay Bemühungen der Regierung in diesem Bericht und lobte insbesondere „die Vergabe von Stipendien für pakistanische Studenten, die im Ausland studieren wollen“.
In den vergangenen Tagen unterzeichnete der pakistanische Staatspräsident unterdessen ein Dekret zur Schaffung einer neuen „Menschenrechtskommission“, die die Lage im Land beobachten soll. Die Mitglieder der 10-köpfigen Kommission werden für eine Amtszeit von jeweils vier Jahren ernannt und Vertreten die verschiedenen Provinzen und die religiösen Minderheiten. Außerdem gehört der Kommission auch eine Beauftragte für Frauenfragen an und mindestens zwei Delegationsmitglieder sollen Frauen sein. Die Schaffung einer solchen Kommission wird von der katholischen Kirche im Land begrüßt, die hofft, dass „diese neue Einrichtung die Menschenrechtslage in Pakistan tatsächlich verbessern wird“.

  1. 4 settembre 2012 alle 10:04 am

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